was ist dsl?Bei DSL (Digital Subscriber Line, zu Deutsch: Digitaler Teilnehmeranschluss) handelt es sich um eine Übertragungstechnik, bei welcher Daten über die Telefonleitung zum nächsten Knotenpunkt (dem DSLAM) übertragen werden.

Für die Datenübertragung werden dabei bisher ungenutzte Frequenzen (ab 138 kHz) des Telefonnetzes verwendet, die über dem Frequenzbereich für analoge Sprachtelefonie (bis 120 kHz) liegen.

Um es bestmöglich, auch über große Entfernungen vom Hausanschluss bis zum DSLAM zu übertragen, wird das Signal umgewandelt. Allerdings handelt es sich beim DSL-Signal nur um ein Trägersignal.

Über dieses wird eine Einwahlverbindung (PPPoE-Verbindung) aufgebaut, mittels welcher der Kunde sich bei seinem Anbieter anmeldet. So bestätigt er, dass er dazu berechtigt ist das gebuchte Produkt zu nutzen.

An diesem Punkt gibt es zwischen den einzelnen Anbietern bereits Unterschiede.
Bei einigen Providern darf der Kunde selbst entscheiden, welches
Endgerät (Router) er für seinen Anschluss verwenden möchte. Er bekommt für die Einrichtung die für die Einwahlverbindung benötigten Daten mitgeteilt.

Andere Provider bieten ihren Kunden ausschließlich vorkonfigurierte Endgeräte an, bei denen die Notwendigkeit der Einrichtung zwar entfällt. Aber da hier keine Daten an den Kunden herausgegeben werden, ist der Kunde an die Hardware des Providers gebunden.

Die Entwicklung von DSL

Als die analoge Datenverbindungen mit 56 kbit/s beziehungsweise 64 kbit/s bei ISDN Kanalbündelung praktisch seine Grenzen erreicht hatte, wurde ein neues Verfahren notwendig. Die stetig wachsenden Datenmengen des Internets sollten schließlich weiter in zumutbarer Geschwindigkeit übertragen werden können.
Die Antwort war DSL, welches in seiner ersten Form eine Bandbreite von 1000 kbit/s erreichte.
Mit der Zeit wurden immer höheren Übertragungsgeschwindigkeiten möglichen und DSL entwickelte sich weiter zum neuen ADSL2+-Standard. Jetzt konnten bei gleicher Technik sogar Downloadraten von 16000 kbit/s erzielt werden.

Schnell, aber unflexibel

Doch offenbarten sich auch Schwächen. Die Bandbreiten wurden nach einem sogenannten Fixed-Rate-Modell fest vergeben, was Zwischenstufen in der Geschwindigkeit unmöglich machte. Die Folge zeigte sich in häufig weit langsameren Verbindungen als nötig.

Also wurde der ratenadaptive Modus (RAM) als Erweiterung eingeführt. Diese Schaltung handelt gewisse Toleranzen bei der Geschwindigkeit zwischen DSLAM und Modem aus. Es entsteht ein Bandbreitenkorridor. Dies beugt zum einen häufigen Störungen vor. Zum anderen ermöglicht es bei einer beispielsweise 16000 kbit/s-Leitung auch dann eine Verbindung, wenn die tatsächliche Maximalbandbreite bei vielleicht lediglich 12000 kbit/s liegt. Ohne ratenadaptiven Modus könnte unter den genannten Voraussetzungen keine Internetverbindung hergestellt werden, da die Aushandlung fehlschlagen wird.
Eine Schaltung würde in diesem Fall auf den nächsten Fixed-Rate-Wert darunter (zum Beispiel 6000 kbit/s) erfolgen.
Der RAM sorgt also dafür, dass immer die höchste, verfügbare Bandbreite nutzbar wird.

Annex-J und das Ende der analogen Sprachtelefonie

Seit einigen Jahren nun löst die IP-Telefonie (auch VoIP genannt) nach und nach die analoge Sprachtelefonie ab. Ursprünglich für den Sprachkanal reservierte Frequenzen können jetzt zusätzlich für die Datenübertragung verwendet werden.
Diese Anschlussform nennt sich Annex-J und zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass Telefon- und DSL-Signal als einziges Signal über die gleiche Leitung laufen. Ein Splitter wird folglich unnötig. Darüber hinaus ermöglicht ein Annex-J-Anschluss einen deutlich schnelleren Upload.

Gestatten? VDSL2

Auf ADSL2+ folgte der nächste Sprung: Mit VDSL2 waren jetzt Downloadraten von bis zu 50000 kbit/s (50 Mbit/s) möglich. Neben der deutlich höheren Bandbreite, brachte VDSL2 aber auch einen negativen Nebeneffekt mit sich. Die enormen Geschwindigkeiten bei der Datenübertragung verursachen auch schneller ein Übersprechen im Kabel, was dazu führen kann, dass sich einzelne Anschlüsse gegenseitig stören. Das hat zur Folge, dass im Hauptkabel zum DSLAM nur noch jede zweite Ader für VDSL2-Anschlüsse genutzt werden sollte, da immer eine ungenutzte Ader dazwischen liegen muss, um Beeinträchtigungen zu vermeiden.

100 Mbit/s mit Vectoring

Mit der Einführung des aktuellen Standards VDSL2-Vectoring, fand sich eine neue Möglichkeit den Effekt des Übersprechens zu verringern. Vectoring berechnet, inwieweit es zwischen DSLAM und Router/Modem zu Störeinflüssen durch andere Leitungen kommen kann und kompensiert sie.
Aufgrund dieses Verfahrens werden gleichzeitig noch Bandbreiten von bis zu 100 Mbit/s ermöglicht – die aktuell höchste Geschwindigkeit, die mit DSL realisierbar ist.
Vectoring erfordert entsprechende Hardware (spezieller Router), die diesen Standard unterstützt – sowohl beim Kunden als auch im DSLAM.

Welche Geschwindigkeiten gibt es bei DSL?

Gängige Bandbreitenangebote staffeln sich je nach Standard folgendermaßen auf:

Für ADSL2+:

 

  • 384 kbit/s
  • 1000 kbit/s
  • 2000 kbit/s
  • 3000 kbit/s
  • 6000 kbit/s
  • 16000 kbit/s

In modernen Tarifen werden die oben genannten Bandbreiten oft unter
DSL16000 zusammengefasst, da es hier keinen preislichen Unterschied mehr gibt. So kann es passieren, dass zwar DSL16000 gebucht wurde, aber eine beträchtlich geringere Geschwindigkeit am Anschluss zur Verfügung steht.

Für VDSL2:

 

  • 16000kbit/s

VDSL16000 wurde nur als Notlösung eingeführt. Um auf VDSL umzusteigen,
war es notwendig, die Hardware im DSLAM zu ersetzen. So kam es, dass in manchen Ausbaugebieten nur VDSL-Leitungen zur Verfügung standen. Aus diesem Grund wurde als preislich günstigere Alternative für Bestandskunden VDSL16000 als Kompromiss eingeführt. So konnte auf die
neue Technik umgestellt werden. Der Grundpreis und die gebuchte
Geschwindigkeit haben sich für den Kunden aber nicht geändert.

  • 25000kbit/s
  • 50000kbit/s

 

Für VDSL2-Vectoring:

 

  • 100000 kbit/s

Welche Maximalgeschwindigkeit ein Nutzer wählen kann, hängt von seinem Anschluss, dem Anbieter und der verwendeten Technik (zum Beispiel Router/Modem) sowohl beim Verbraucher als auch aufseiten des Providers ab. Darüber hinaus spielt die Leitungslänge zum DSLAM eine große Rolle. Je länger diese ist, desto geringer die Geschwindigkeit beim Nutzer.
Als Faustregel gilt: Je kürzer und dicker das Kabel zum DSLAM, desto schneller die DSL-Verbindung.

Bandbreitenkorridor

Letztendlich handelt es sich aber immer nur um Richtwerte. Entscheidend ist die Geschwindigkeit, die tatsächlich beim Verbraucher ankommt und da gestaltet sich eine Prognose schwierig.
Durch den Bandbreitenkorridor, den die Provider aus diesem Grund in ihre Verträge aufgenommen haben, kann die DSL-Geschwindigkeit praktisch jeden Wert zwischen den genannten Stufen annehmen. Eine Auflistung sämtlicher möglicher Bandbreiten würde schnell unübersichtlich.

Der Bandbreitenkorridor für die zugesicherte Leistung erstreckt sich dabei normalerweise von der gebuchten Geschwindigkeit bis zum nächst kleineren Produkt. Als Beispiel: Bei einem Vertrag mit DSL 16000 läge die mögliche Downloadgeschwindigkeit zwischen 6000 kbit/s und 16000 kbit/s.